Während die Trails bei uns in der Schweiz unter einer dicken Schneedecke schlummern, habe ich mich für 10 Tage in den Süden verabschiedet. Mein Ziel: Der Bikepark La Fenasosa in Spanien. Gemeinsam mit Nico von Procyclingworks habe ich die Offseason genutzt, um gezielt an meinen Schwächen zu arbeiten und mich optimal auf die Rennsaison 2026 vorzubereiten.
Hier ist ein Rückblick auf kühle Morgenstunden, perfekte Grip-Bedingungen und ein Coaching, das mein Riding nachhaltig verändert hat.
Das Revier: La Fenasosa – Technisch, rau und gnadenlos gut
Rund eine Stunde von Alicante entfernt liegt dieses private Mekka für Mountainbiker. Das Wetter war dieses Mal absolut spannend: Wir hatten einen Mix aus kühlen, regnerischen Momenten und strahlendem Sonnenschein. Das Geniale an diesem Boden ist, dass er das Wasser förmlich aufsaugt. Es war zwar feucht, aber nie matschig – stattdessen hatten wir teilweise unnormalen Grip, der extrem viel Sicherheit gab.
Das Coaching: Intensivtage mit Nico (Procyclingworks)
Wer Nico kennt, weiß: Hier wird nicht nur einfach "gefahren". Hier wird analysiert, korrigiert und optimiert. Wir haben uns drei Schwerpunkte gesetzt, die für mein Riding und meine Performance im Rennen entscheidend sind:
1. Kurventechnik & Speed generieren
In La Fenasosa gibt es alles – von offenen High-Speed-Kurven bis zu technischen Anliegern. Nico hat mir gezeigt, wie ich den Druck im richtigen Moment aufbaue, um aktiv Speed aus der Kurve mitzunehmen, statt ihn zu verlieren. Das Ziel war klar: Weniger bremsen, mehr Flow.
2. Die richtige Race-Haltung
Wenn der Puls im Rennen hochgeht, schleichen sich oft Fehler in der Körperposition ein. Wir haben intensiv an meiner Haltung auf dem Bike gearbeitet. Zentraler Stand, tiefer Schwerpunkt und eine aktive Armarbeit – so bleibe ich auch in harten Sektionen Herr der Lage und spare wertvolle Kraft für das untere Streckendrittel.
3. Sprungtechnik unter Rennbedingungen
Sprünge in La Fenasosa sind keine Spielerei, sie sind Teil der Strecke. Wir haben daran gearbeitet, Sprünge nicht nur zu "überleben", sondern sie als Werkzeug zu nutzen. Egal ob aktiv abdrücken für mehr Airtime oder das Bike in den Boden drücken, um schneller wieder Bodenkontakt und damit Grip zu haben.
Warum sich der Trip gelohnt hat
Für uns in der Schweiz ist die Winterpause oft die Zeit, in der man "einrostet". Durch das Training in La Fenasosa konnte ich diesen Teufelskreis durchbrechen. Anstatt im Fitnessstudio nur Gewichte zu stemmen, stand ich auf dem Bike und habe unter realen Rennbedingungen an meiner Technik gefeilt.
Ich starte jetzt mit einem massiven Selbstvertrauens-Boost in das restliche Jahr. Wenn man im Januar bereits anspruchsvolle Rockgardens und Sprünge in Renngeschwindigkeit trainiert, fühlt sich der Saisonstart im Frühjahr deutlich entspannter an.
Fazit: Fokus 2026
Das Camp war die perfekte Investition. Nico schafft es, komplexe Bewegungsabläufe so zu erklären, dass man sie auf dem Trail sofort spürt. Mein Riding fühlt sich präziser und schneller an als je zuvor. Ein riesiges Dankeschön an Nico und Procyclingworks für diese geniale Woche in Spanien!
Mein Tipp für alle, die das auch planen:
Wenn ihr aus der Schweiz anreist, nutzt die Direktflüge nach Alicante – unkomplizierter geht es nicht. Und packt euch Kleidung für alle Lagen ein: Morgens beim Shutteln im Militär-Truck ist es kühl, aber sobald die Sonne rauskommt und ihr im Sektor trainiert, kommt ihr ordentlich ins Schwitzen!
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